Arminia - Alemannia Aachen 1:0
Verbreitet regnerisch, windig und oberhalb von 500 Metern fällt Schnee
Arminia - Alemannia Aachen 1:0 | Ein Arbeitssieg sagt der Trainer, sei das gestern gewesen. Dammi meint, Arminia habe letztlich in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zugelassen und Zlatko Janjic spricht sogar von Minimalismus. Irgendeiner hat dann bestimmt auch noch gesagt oder gedacht, dass nur das Ergebnis zählt.
Mir war dann gestern, unterbrochen durch das schöne 1:0 durch Zlatko Janjic nach Superpass von Daniel Halfar, in der ersten Halbzeit entsprechend langweilig, was sich in der zweiten Halbzeit bis auf ein paar Szenen nicht bedeutend geändert hat.
Die Gründe für das erwartet schwere Spiel (oder wie sagt man?) waren die (kurzfristigen) Ausfälle von Federico und Fort, die ebenso erwartet starken Aachener und, das habe ich in der Halbzeitpause gelernt: das Wetter.
So meinte einer der umstehenden Experten in der Halbzeit, nachdem ich ganz schüchtern angemerkt hatte, dass diese Halbzeit wohl nicht die beste aller Zeiten gewesen sei: „Jaaa, stimmt schon. Aber ist auch alles nicht so einfach. Oder willst du bei dem Wetter da unten stehen, in Regen und Wind?“
Das Wetter aber bringt mich zu den wahren Heldinnen und Helden des Spiels. Das waren für mich die Fans auf dem Unterrang der Osttribüne. Die mussten sich nämlich, obwohl überdacht, auf ihren Sitzplätzen Wind und Regen stellen und sahen unter ihren Regencapes in etwa so aus, wie Fans beim Boßeln, z.B. die beim Ostfriesenderby zwischen Dietrichsfeld und Schirumer Leegmoor. Sie hielten heldenhaft, stoisch und mit der dazu erforderlichen Fußballbegeisterung ihren Platz, denn dass Spiel der Blauen hat einen ja nicht unbedingt vom Hocker gerissen.
Sonst war ich mit dem Schlusspfiff froh, dass dieses Spiel um war. Das von der Südtribüne dirigierte Abfeiern war leidenschaftlicher als das Spiel selbst und hat ein wenig aufgewärmt. So bin ich dann einigermaßen zufrieden nach Hause, allerdings nicht ohne noch einen Verbrauchertipp in Sachen Büroausstattung mitzunehmen.
Unten vor dem Zaun saß noch ein einsamer Mann, der seinen Kopf in etwas steckte, das so ähnlich aussah wie ein Kinderwagenverdeck. Erst bei näherem Hinsehen erkannte ich, dass das Verdeck kein Kind, sondern einen Bildschirm schützte und dass der Mann mit seinen Händen auf einer Tastatur klimperte.
Ich gucke wohl ziemlich neugierig und frage mich:
“Nee“, sacht der Ordner, den ich fragend angucke augenzwinkernd, „das ist wohl die Presse und da darfste nich abschreiben.“
Okay – ich bin dann gegangen. Über das Spiel gab’s nicht viel zu schreiben.
SchwarzWeißBlaue Grüße, lutz
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